Zu faul selbst zu lesen X

Es existiert, existiert in Euren Träumen, lebt von der Nacht und Eurer Furcht.
Ihr wisst, wovon ich spreche!
Ihr meidet diese Orte, macht ‚pssst’ und seht euch verstohlen um, wenn es jemand wagt, darüber zu sprechen.
Würdet um nichts in der Welt um jene Ecke sehen, hinter der es so seltsam geraschelt hat.
War da nicht sogar ein Atmen?

 …spricht Hans Paetsch in Märchenonkelmarnier zu Beginn jeder Folge von Gabriel Burns und man möchte sich vor einem Kamin in eine Decke kuscheln und eine Gute-Nacht-Geschichte hören…und dann startet nach diesem Intro der Mystery-Thriller.

Willkommen in Vancouveeeeer
Dort lebt Steven Burns, der eines Tages durch eine List von einem gewissen Bakerman dazu gebracht wird diesen und sein Team bei mysteriösen Fällen zu unterstützen. Ab da trifft er auf seltsame Wesen und totgeglaubte Menschen und immer wieder führen Spuren in Stevens eigene Vergangenheit – als er bei einem Kindergeburtstag seinen Bruder Daniel bei einem Zaubertrick wirklich verschwinden ließ.

Ich kenne inzwischen die ersten 16 Folgen und mag die Reihe. Ich gebe aber zu, dass ich bis zur 5. Folge „Nachtkathedrale“ gebraucht habe um wirklich überzeugt und begeistert zu sein. Besonders gut finde ich bei dieser Reihe die technische Umsetzung, die mir besonders auffällt, weil ich Hörspiele in der Regel auf dem Weg zur Arbeit über Kopfhörer höre. Bei Gabriel Burns ist das ein schönes Spiel zwischen laut und leise und rechtes Ohr, linkes Ohr. Aber nicht übertrieben, sondern passend.

Die Geschichte ist komplex, immer wieder bricht ein Erzählstrang ab und es beginnen Erzählungen zu anderen Personen oder Ereignissen. Deswegen kann man die Folgen meistens nicht einfach so nebenbei hören. Aber die Geschichte ist spannend und man fängt nach ein paar Folgen an alles zu hinterfragen. Zum Beispiel habe ich mich irgendwann gefragt: Warum schreibt Steven Burns (er ist eigentlich Autor und Taxifahrer) Krimis bei einem Kochbuchverlag? Was stimmt da nicht?

Die Erzähler bei Gabriel Burns sind durchweg gut, auch wenn ich hier und da mal eine Szene vielleicht etwas überzogen finde, bzw auch 2, 3x das Gefühl hatte die Stimmlage wird jetzt dem Charakter meiner Ansicht nach nicht gerecht. Aber allein der Sprecher von Verleger Sonny Hesseltime ist ja schon eine Granate – Engelbert von Nordhausen, bekannt als die Stimme von Samuel L. Jackson und Fred Feuerstein und und und….
Ein weiteres Highlight: In Folge 15 „Ohne Bewusstsein“ kann man Jimmy Pop von der Bloodhound Gang hören:

Allerdings muss ich auch gleich warnen!! Nachdem die Serie schonmal eingestellt war wegen rechtlicher Probleme und dann aber Gott sei Dank doch weiter aufgenommen wurde,  ist jetzt seit 2014 irgendwie wieder nichts neues zu hören und zu sehen und man bekommt nirgends Infos her, ob und wann es weitergeht. So langsam glaube ich Volker Sassenberg macht das mit Absicht: Erst Hörspiel-Serien zu entwickeln, die ich echt gut finde und diese dann nicht weiterzuführen. Abseits der Wege wurde nach 6 Folgen auch eingestellt, von meinem Leid darüber berichtete ich hier schonmal.

Wen das nicht abschreckt, der sollte wirklich mal reinhören!

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2 Antworten zu Zu faul selbst zu lesen X

  1. friedlvongrimm schreibt:

    Wenn du willst kann ich dir die Folgen ab 16 geben. ❤
    Ich merke, dass mein sehr früher Konsum von Gabriel Burns dazugeführt hat, dass ich bei der Produktionsqualität von Hörspielen einen sehr hohe Erwartungshaltung habe. Als ich letztens zum ersten Mal John Sinclair gehört habe, fand ich es ganz ganz doof gesprochen und konnte so gar nichts damit anfangen, einfach weil es so schlecht produziert war.

    • Die Poe schreibt:

      Siehst Du mir fiel das erst im direkten Vergleich, John Sinclair lief nach Gabriel Burns auf meinem Handy, auf. Allerdings stört es mich im Nachhinein auch nicht mehr, das ist halt Kult.
      Danke! Aber nicht nötig, die anderen Folgen stehen hier auch noch rum.

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