Man and Superman or Man and Ralph Fiennes

Ralph Fiennes war in der Stadt….also im Kino….also auf der Leinwand….also das National Theatre live zeigte das Stück Man and Superman mit Ralph Fiennes in der Hauptrolle im Kino ums Eck! Als Herba mich dann fragte, ob ich da hin will, war meine Antwort nur:“ Halloooooo RALPH FIENNES!
Ich mag den! Ich steh jetzt nicht sabbernd vor einem Poster von ihm, aber ich mag den und ich seh den gerne!

Darum gehts: Jack Tanner ist ein reicher Junggeselle, der vorallem für sein radikales Denken bekannt ist. Als sein väterlicher Freund Whitfield stirbt und ihn zum Vormund seiner Tochter Ann macht, ist nicht nur Jack wenig begeistert. Der konservative Freund und Familienanwalt Ramsden soll nämlich ebenfalls Anns Vormund werden, aber er und Jack – da treffen Welten aufeinander. Doch Ann lässt Jack nicht aus seiner Verantwortung, sie will ihn nämlich um sich haben, weil sie ihn heiraten möchte. Als Jack das endlich auch kapiert, flüchtet er in seinem Auto. Aber Ann lässt sich nicht so leicht abschütteln und verfolgt ihn….

War das ein Spaß mit herrlichen Figuren. Beim ersten Auftritt von Ann, gespielt von Indira Varma , dachte ich noch:“Oh mein Gott, wie alt soll die sein? Das ist ja ein ganz furchtbar kindliches Gefiepe“ bis mir klar wurde das soll so sein, denn im nächsten Moment gab sie ganz klar und selbstbewusst Anweisungen. Auch Ferdinand Kingsley , der den Verehrer von Ann spielt, schaffte es seiner Figur genau so viel Naivität zu geben, dass man sich nicht fremdschämte, sondern ihn einfach nur gern hatte und ihn ein bißchen bemitleidete.

Auch noch erwähnen möchte ich Tim McMullan, der einen gedichterezitierenden Räuberhauptmann spielte und im 3.Akt in der Traumsequenz einen herrlichen Teufel zum besten gab. Allerdings war meiner Meinung nach die Traumsequenz etwas langatmig vielleicht bin ich dafür auch nicht philosophisch genug. Ja, auch ich hab den Gegensatz zwischen Traum und Wirklichkeit gesehen. Jack als Frauenverführer DonJuan und Ann als seine Ex-Geliebte, dabei ist es in der Realität doch genau andersrum, dass Ann solange verführt und Pläne schmiedet bis sie Jack bekommt. Aber musste das denn so lange gehen?

Na ja und Ralph Fiennes war wie erwartet großartig. Egal, ob wütend, genervt, resiginiert oder verzweifelt – Mimik und Gestik waren einfach herrlich! Auch das Zusammenspiel zwischen ihm und Indira Varma war einfach richtig schön anzuschauen. Und als jeder schon wusste, Jack ist verloren und Ralph Fiennes sein letztes Aufbäumen darstellte, war dann endgültig der Zeitpunkt gekommen, an dem mein Gelächter meine Sitznachbarin wohl doch etwas irritierte. MIR DOCH EGAL, das war lustig!!!!! Und ich habe mich immerhin schon vorher beim Lachen noch schwer zurückgenommen, als der Räuberhauptmann dieses sagenhafte künstlerisch-sehr-wertvolle Gedicht: „Mendozas Louisa, Louisa Mendoza…“ zum Besten gab.

Herba berichtet hier über ihre Eindrücke des Abends.
Trailer, Eindrücke des schönen Bühnenbilds und Infos zum Stück gibts auf dieser Seite des nt live.
Die nächsten Termine im Frankfurter Kino von NT-Live:
16.07.2015 Everyman
15.10.2015 Hamlet

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3 Antworten zu Man and Superman or Man and Ralph Fiennes

  1. Herba schreibt:

    Schön war’s!!! Und lustig. Und der Räuberhauptmann kann noch schlechter dichten als ich 🙂

  2. Pingback: Man and Superman (National Theatre London live) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  3. suzy schreibt:

    Ich fands auch klasse!!!

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