Wuthering Hights

Persönliche Jahreschallenge (fünf englische Klassiker lesen) 2/5
Nummer 2 auf der Liste war Wuthering Heights von Emily Brontë
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist eine abgelegene Gegend im Hochmoor von Yorkshire in der es eigentlich nichts gibt als den Gutshof Wuthering Heights und das Herrenhaus Thrushcross Grange. Im einen lebt die Familie Earnshaw, im anderen Familie Linton. Eines Tages bringt Vater Earnshaw von einer seiner Reisen das Findelkind Heathcliff mit. Während Tochter Catherine (Cathy) nach anfänglicher Abneigung sich relativ schnell mit Heathcliff anfreundet, bleibt Sohn Hindley ihm gegenüber feindselig und als der Vater stirbt, degradiert er ihn vom gleichgestellten Bruder zum Landarbeiter. Inzwischen ist die Beziehung zwischen Heathcliff und Cathy zu einer tiefen Verbundenheit (die beiden sprechen auch gerne von Seelenverwandtschaft) geworden. Doch Cathy entscheidet sich trotzdem lieber Edgar Linton zu heiraten, um dem Gutshof zu entfliehen und den Reichtum im Herrenhaus geniessen zu können. Das trifft Heathcliff so sehr, dass er aus der Gegend weggeht
Einige Jahre später kehrt Heathcliff, inzwischen reich geworden, zurück und versucht Cathy wieder für sich zu gewinnen. Als ihm dies nicht wirklich gelingen will, schwört er Rache an allen Earnshaws und Lintons….

Immer wieder fragte ich mich beim lesen, warum ich so fasziniert weiterlese, obwohl ich keinen der Charakteren sympathisch finde. Irgendwann war mir klar, ich warte eigentlich nur darauf, wie schlimm dieser Rachefeldzug enden wird. Und dann fragt man sich das erste Mal: Was soll jetzt noch kommen? Aber da kommen doch noch so viele Seiten und die Geschichte plätschert erstmal vor sich hin und dann….spürt man langsam wie sich Heathcliffs ausgelegte Schlinge wieder zuzieht und man wieder darauf wartet, dass das alles endet….

Ich habe ja vor diesem Buch ein Buch ihrer Schwester Charlotte gelesen (Jane Eyre) und habe mich zwischendurch auch durchaus gefragt:“Die sind Schwestern? Was stimmt denn nicht mit dieser Emily?“ Da muss man ja nur mal bei Wikipedia reinlesen, diese ganzen Geschwister lebten in Yorkshire, wahrscheinlich auch so richtig schön am Arsch der Welt, der Vater war Pfarrer und man musste sich die Langeweile vertreiben – alles schön und gut, aber woher kennt diese Emily so viele menschliche Abgründe?!?! So viel Hass, Leidenschaft und Intrigen? Wie kommt die auf sowas? Und dann denkt man wieder an das Buch ihrer Schwester und fragt sich: Wie kann die eine sowas „nettes“ schreiben und die andere das?!?!

Und dann hab ich mich gefragt, wieso es Menschen gibt, die die Liebe zwischen Heathcliff und Cathy „toll“ finden. Halloooo, die eine wählt lieber das Geld anstelle der Liebe und der andere legt alles in Schutt und Asche, weil er nicht kriegt was er will.

Also ihr seht die Lektüre hat mich mit vielen Fragen zurückgelassen und sehr aufgewühlt und genau DAS macht das Buch meiner Meinung nach so gut. Und demnächst schaue ich mir dann auch mit den Kolleginnen wieder eine Verfilmung dazu an (wie bei Jane Eyre). Ich glaube als nächstes brauche ich etwas seichteres und wähle deswegen als Nummer 3 Jane Austens Pride and Prejudice.

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10 Antworten zu Wuthering Hights

  1. Herba schreibt:

    Mir geht es bei dieser Geschichte wie Dir: Ich habe auch keinen Plan, wieso die Paarung Heathcliff/Cathy sooooo romantisch sein soll, aber man muss ja nicht immer alles verstehen 🙂
    Ich bin sehr gespannt, was Du dann zu P&P sagen wirst!

  2. cRAmerry schreibt:

    Sex and Crime and Rock’n’Roll schon damals. Vielleicht war Emily die deutlich Gelangweiltere der Schwestern und hat das überkompensiert. Oder sie hatte einfach ein Händchen dafür, was sich gut verkauft. Nicht so ein seichter Blümchenkram, sondern bei ihr wird ja richtig Tacheles geredet. Ansonsten fand ich die Protagonisten schon immer ein wenig zuuu bemüht leidenschaftlich. Bin wohl nicht romantisch genug…… Wie gesagt, muß schon schwer öde gewesen sein bei Brontes zu Hause.

  3. suzy schreibt:

    Geld statt Liebe – dann kann es von Ihrer Seite nicht die große und einzigartige Liebe gewesen sein, wie sie uns immer gerne verkauft wird. Aber viel Fantasie hatten die Damen ja >3

  4. Servetus schreibt:

    Interessant. Was Du jetzt gerade alles liest, ist bei uns Schullektüre, dieses Buch habe ich in der 11. Klasse gelesen. Ich kann Deine Beschreibungen alle gut nachvollziehen, sie führten mich aber alle in die Richtung, das Buch überhaupt nicht zu mögen.

    • Die Poe schreibt:

      Auch das kann ich nachvollziehen, dass es einem dann am Ende nicht gefällt.
      Bei uns war in englisch Brave New World Schullektüre, sonst eigentlich nichts weiter.

      • Servetus schreibt:

        Wir haben, glaube ich, in er Schule nichts aus der Kanon der deutschen Literatur gelesen — also bin ich schon von Brave New World beeindruckt 🙂

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