North & South

Als Mr Hale, bis dato Landpfarrer irgendwo in Südengland, sich von der anglikanischen Kirche abwendet, verlieren er, seine Frau und Tochter Margaret sowohl ihr Heim, als auch das Einkommen. Sie ziehen in eine Industriestadt im Norden und Mr Hale arbeitet fortan als Privatlehrer. Seine Tochter Margaret hat nicht nur Probleme sich an die Unterschiede zwischen Süd- und Nordengland zu gewöhnen, sondern eckt durch ihre direkte, manchmal auch naive Art, sowieso immer an. In Südengland beispielsweise lässt sie einen enttäuschten Henry zurück, der aufgrund ihres Verhaltens davon ausgegangen ist, dass sie seinen Heiratsantrag annehmen wird – tat sie aber nicht.
Ein Schüler ihres Vaters betreibt eine Baumwollfabrik, John Thornton. Als sie das erste Mal auf ihn trifft, schlägt dieser gerade einen seiner Arbeiter, weil er in der Baumwollfabrik raucht. Margaret ist entsetzt. John Thornton allerdings ist sehr angetan von ihr….

Bei all den Richard Armitage-Fans (er spielt den John Thornton) um mich herum war die Spannung groß, wie mir der Film gefallen würde. Vorallem weil ich bei Liebesfilmen, die gar zu trutschig sind, schnell genervt bin. Ich fand den Film aber gar nicht trutschig. Schließlich ging es nicht allein um eine Liebesgeschichte, sondern auch um die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen im 18./19. Jahrhundert in England. Ausserdem werden einem bei North & South die unterschiedlichsten Charakteren präsentiert. Ich liebe beispielsweise die Figur der Fanny Thornton (Schwester von John), die die typische ich-bezogene Frau der Upper-Class darstellen soll. Die Margaret allein deswegen schon als unzulänglich abstempelt, weil es kein Piano in ihrem Haus gibt. Mrs Thornton (toll gespielt von Sinéad Cusack) wurde bei jedem Auftritt von meinen Mitschauern und mir eingeleitet von einem „MUTTER!“ Denn sie ist der Inbegriff der strengen Mutter, die ihren Sohn nicht verlieren will und schon gar nicht an eine andere Frau!

Generell waren die Schauspieler meiner Meinung nach alle super in ihren Rollen. Sei es die weinerliche Mutter von Margaret (Lesley Menville) oder Brendan Coyle als Streikanführer oder auch der meiner Meinung nach furchtbar langweilige Henry (John Light). Poor Henry, wie ihn meine eine Mitschauerin immer nannte. Weil der arme Bub

************Achtung Spoiler**********
(falls es ausser mir überhaupt jemanden gibt, der den Film noch nicht gesehen hat und das noch gerne tun möchte)

….weil der arme Bub ja am Ende zusehen muss, wie Margaret und John sich einfach so knutschen….einfach so….zu der damaligen Zeit…..in aller Öffentlichkeit….und sie fängt auch noch an……also das geht ja eigentlich mal gar nicht!!!!! Da war auch mein erster Kommentar:“Darf die das? Das geht doch nicht!“ Ich wurde dann belehrt, dass das im Buch von Elizabeth Gaskell natürlich nicht so sei. Na dann!

*************Spoiler Ende****************

Also alles in allem ein schöner Film in vier Teilen, also eher eine kleine Miniserie mit zwei tollen Hauptdarstellern: Daniela Denby-Ashe (die mir von Anfang an bekannt vorkam und von der ich dann später erfahren habe, dass ich sie aus einer britischen Sitcom kenne) und Richard Armitage.

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11 Antworten zu North & South

  1. Herba schreibt:

    Es freut mich total, dass das Ankucken keine Zeitverschwendung war! Und Deine Frage, ob ‚die‘ das darf, ist soooo typisch *lol*

    • Die Poe schreibt:

      Hallooooo, auch wenn ich Filme zu Unterhaltungszwecken schaue, kann ich ja die historische Richtigkeit in Frage stellen ;-P
      Und meiner Unterhaltung hat es ja keinen Abbruch getan!

      • Herba schreibt:

        Ist doch auch okay. Du bist nur die erste Frau, die ich kenne, die den Film gesehen hat und der das als erstes bei der Szene in den Sinn kam – was ganz Besonderes auf der ganzen Linie :*

        • Die Poe schreibt:

          hmmmm, ich nehm das jett mal als Kompliment 🙂
          Als zweites hab ich mir brigens gedacht:Kein Vergleich zu der Kusszene, die wir im Theater mit ih gesehen haben.

        • Andrea schreibt:

          Is‘ ja nich‘ wahr. Eine andere Freundin und ich haben das damals beim ersten Gucken auch sofort gedacht.
          Ebenso wie Mr. Darcy aus P&P never ever seiner Angebeteten im Feld mit offenem Hemd und Brusthaartoupet einen Heiratsantrag machen und anschliessend im gleichen Outfit daheim bei ihrem Vater um ihre Hand anhalten würde …
          Natürlich ist Die Poe – davon mal abgesehen – ohnehin was ganz Besonderes auf der ganzen Linie.

  2. Servetus schreibt:

    Welcome to the club!!!!

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