Akira

In einer Beziehung gibt es so ein Ding, das nennt sich Kompromiss. Man macht auch mal etwas, worauf man selbst nicht so viel Lust hat, beim nächsten Mal macht der Partner etwas, was eigentlich nicht zu seinen Hobbies gehört und manchmal findet man Dinge, die beiden gleich viel Spaß machen. Am Wochenende haben wir etwas gemacht, was dem Ferd gefällt. Wir haben einen Nerd-Film gesehen. Im Kino….in einem kleinen Kino…10 Reihen hatte es….eben eher so ein Film für das Publikum mit speziellen Interessen….Nerd-Interessen….aber alle 10 Reihen waren ordentlich voll….voller Nerds….und dann war da noch ich…. Ich merkte gleich von Anfang an, ich gehöre nicht dazu, hinter mir unterhielt man sich über Cosplay, vor mir stellten alle ihre Handys leise und auf jedem Display war irgendeine Manga-Figur zu sehen. Und dann ging es los: AKIRA

1988 (übrigens auch das Jahr, in dem der Film veröffentlicht wurde) wird Tokyo durch eine Explosion zerstört und der 3. Weltkrieg beginnt. 31 Jahre später ist die Stadt schon einige Zeit wieder aufgebaut, heißt jetzt Neo-Tokyo und die Bevölkerung ist geprägt von Endzeitstimmung. Demonstrationen, Explosionen und Jugendgangs, die sich auf Motorrädern gegenseitig verfolgen und verprügeln. Ein Jugendlicher gerät bei einer solchen Motorradschlacht in einen Unfall und wird zum Erstaunen seiner Freunde von Militärhubschraubern mitgenommen. Dort werden an ihm parapsychologische Experimente durchgeführt….

Die Filme, die ich aus dem Genre Manga/Anime kenne, kann man an einer Hand abzählen, deswegen bin ich vielleicht die völlig Falsche um etwas über diesen Film zu erzählen. Der Film heißt Akira, ich saß eine Stunde lang im Kino und fragte mich:“Wann kommt denn jetzt diese, dieser, dieses Akira vor?“ Als dann endlich im Film jemand fragt:“Wer oder was ist denn eigentlich Akira?“ Wollte ich schon laut brüllen:“Endlich fragts einer!“ Aber ich hab mich nicht getraut…denn ich war mir sicher, um mich herum wissen das eh schon alle. Also bin ich nur kurz zusammen gezuckt und habe es mir nur gedacht. Ich kann auch nicht unbedingt sagen, wie ich den Film fand, jedenfalls nicht schlecht, aber es bleibt trotzdem ein Genre, das ich nicht sehen muss. Es bringt mich aber auch nicht um solche Filme zu sehen. Definitiv war es mal ganz interessant einen solchen Film auf einer großen Leinwand zu sehen. Das einzige, was mich etwas irritiert hat, es gab nur zwei Synchronsprecher für alle Soldaten. Bums zack Soldat tot – 10 Minuten später neuer Soldat zu sehen, gleiche Stimme. Kam ein zweiter Soldat vor, gab es einen weiteren Sprecher, ansonsten sprach immer ein und derselbe.

Ich gebe allerdings auch gleich zu, nach dem Film musste ich dem Ferd noch einige Fragen stellen, weil sich mir als Genre-Fremdling nicht alles erschlossen hat, was da so passiert ist. Und was das schöne ist, wenn man in einer Beziehung etwas gemacht hat, was einem selbst nicht so liegt, man kann die nächsten Tage danach immer sagen:“Aber ich war mit Dir in Akira, bring Du doch bitte mal den Müll runter.“ – „Kannst Du heute das Bad putzen….och komm…ich war mit Dir in Akira“ 🙂 Nicht, dass ich mich jemals zu so einer bösartigen Erpressung hinreissen lassen würde…..neiiiiiiiiiiin. Der Ferd darf jetzt nur nicht lesen, dass ich den Film gar nicht so schlimm fand 🙂
Hier geht es zum Trailer bei youtube

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3 Antworten zu Akira

  1. Herba schreibt:

    Nun seh ich vor meinem geistigen Auge, wie Du im Kino hockst und Dir das Schreien verkneifst 😀

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