Hunting for witches

So I go hunting for witches
I go hunting for witches
Heads are going to roll
I go hunting for…
(Bloc Party)

LONDON Teil II

…Und auf ging es zum Old Vic. Ich hatte mir das Stück vorher kurz von Herba und Cat zusammenfassen lassen, da mir ansich klar war, dass es um Hexenverfolgung ging, aber nicht verstand warum Mr. Armitage die Hauptrolle spielt.

Das Theater

Das Theater

The Crucible von Arthur Miller (deutsch: Hexenjagd) spielt 1692 in Salem. Der Pfarrer Samuel Parris überrascht seine Tochter Betty, seine Nichte Abigail und weitere Mädchen nachts im Wald wie sie zu den Gesängen seiner Sklavin Tituba tanzen. Am nächsten Tag liegen Betty und ein weiteres Mädchen, die Tochter der Putnams, einfach nur im Bett. Sie sprechen und essen nicht. Schnell kommen Gerüchte auf, dass es sich um Teufels Werk handeln muss, deswegen holt der Pfarrer Reverend Hale in den Ort. Dieser ist Spezialist für Hexen und Dämonen. Er nimmt Abigail so sehr in die Zange, dass diese die Sklavin Tituba beschuldigt mit dem Teufel einen Pakt eingegangen zu sein. Tituba beschuldigt schnell andere Frauen aus dem Dorf, dass diese mit den bösen Mächten im Bunde sind. Abigail und die anderen Mädchen beschuldigen immer weitere Frauen. Darunter auch Elizabeth Proctor, die Frau von John Proctor. Abigail hatte eine Affäre mit John Proctor und will ihn seitdem für sich gewinnen und Elizabeth mit ihrer Anschuldigung aus dem Weg räumen…..

Am Ende des Stücks saß ich sprachlos da, weil das ganze so bewegend, emotional und intensiv war. Und das von der ersten Szene an, in der das Ensemble komplett einmal auf die Bühne kommt und sich auf die dort bereitstehenden Stühle setzt. Während die Sklavin Tituba mit einem dampfenden Kessel die Bühne betritt und dann taumelnd die Bühne immer und immer wieder umrundet. Wir saßen direkt in der ersten Reihe und ich muss zugeben, dass man da wirklich ein mulmiges Gefühl bekam, wenn Tituba in ihrer Trance immer an einem vorbeischwankte. Aber auch der Schauspieler des Mr. Putnam trug einiges durch seinen irren Blick dazu bei, dass man einfach permanent völlig angespannt mitfieberte. Noch dazu gab es einige Kampfszenen, die sich quasi direkt vor uns abspielten und wir uns immer wieder versuchten in Deckung zu bringen. Oder die Szenen, in denen die Mädchen sich „schütteln“ bevor sie jemand weiteren bezichtigen. Das war echt der Hammer! Da saß ich, glaube ich, mit offenem Mund da!

Schon als wir die Karten gekauft hatten, sagte ich zu Herba:Wehe, es spuckt oder schwitzt mich einer an! Aber was kommen musste, kam auch. Wenn man in der ersten Reihe sitzt und diese erste Reihe dann auch eigentlich mehr mit auf der Bühne ist, als vor der Bühne, muss es einfach jemanden treffen. Und natürlich mich. Ich hatte es ja heraufbeschworen. Als der Marshal gerade mal wieder neben mir stand, spuckte er mir wunderbar auf Gesicht und Arm. Ja, er stand neben mir, das war auch so etwas, was einen komplett in die Geschichte mit reinzog. Die Bühne war rund und von sechs Seiten stürzten die Schauspieler auf einen ein. So dass man eben manchmal noch nach vorne schaute und beobachtete, wie sich von dort jemand dem Geschehen näherte, während man hinter sich schon Schritte und Stimmen hörte. Es ist jetzt einige Tage her und ich glaube man merkt mir an, dass ich das ganze immer noch nicht richtig darstellen kann, weil es einfach so fesselnd und spannend war. Und mein ganzer Eindruck war einfach nur: Wow!
Vorneweg dachte ich noch: Oh Gott, 3 1/2 Stunden, da tut mir bestimmt irgendwann so der Hintern weh, dass ich das gar nicht mehr richtig mitbekomme. Das ist definitiv nicht passiert. Alle Szenen, aber im Besonderen die Schlusszene, waren einfach so gewaltig und intensiv mitzuerleben, dass der letzte Gedanke mein Hintern war.
Ich fand alle Schauspieler durch die Bank weg richtig richtig gut! Aber ich konnte Herba nach diesem Stück viel besser verstehen, was sie an Richard Armitage so besonders findet. Dieser Mann schafft es zuerst einen bulligen stolzen Bauern zu spielen, sich dann in ein kleines gefoltertes Männlein zu verhandeln, um in der Schlusszene nochmal wie Phoenix aus der Asche als großer starker Mann von der Bühne abzugehen. Hut ab!
oldvic2Und hätte er mich nicht schon damit überzeugt, dass Herba absolut recht hatte, hätte er es spätestens nach dem Stück getan. Als wir mit einigen anderen an der Stagedoor darauf warteten, dass Richard Armitage rauskam. Ich mochte seine Stimme ja schon vorher, aber wenn der seine Worte in dieser tiefen Stimme im echten Leben an Dich direkt richtet…da war ich wie Butter. Bei facebook gibt es eine Gruppe, die heißt Caleb Followill’s Voice gives me eargasm. Das war bis zu diesem Theaterabend ein Statement, dass ich SOFORT unterschrieben hätte. Jetzt würde ich das sofort auf Richard Armitage erweitern.

 

Liebe Herba, vielen lieben Dank, dass Du mir dieses tolle Erlebnis ermöglicht hast! Im übrigen, falls ihr auch das Stück gesehen habt und gerne etwas dazu schreiben möchtet, schaut doch mal bei Herba vorbei. Dort gibt es eine deutsche Variante von #SharetheCrucibleExperience. Und hier ist Herbas Eindruck vom Stück.

To be continued….

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8 Antworten zu Hunting for witches

  1. schauwerte schreibt:

    Oh Mann, das klingt gut. Wie lange läuft das noch? Vielleicht sollte ich mir das doch noch anschauen

  2. Herba schreibt:

    Awwwwwwwwwwwwwwwwwwwww, du bist knuffig!
    Es war mir ein großes Vergnügen und ich bin sehr erleichtert, daß es Dir so gut gefallen hat!

  3. Pingback: The Crucible – Old Vic – 2014 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  4. Pingback: More fan reviews and narrations of The Crucible and stage door with Richard Armitage | Me + Richard Armitage

  5. Servetus schreibt:

    Also echt — ich glaube, daß ich noch nie gelesen habe, daß eine Freundin dankbar war, mitgenommen zu werden. Offensichtlich ein endrucksvolles Erlebnis!

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