Bridget is back!

Man hört Bridget Jones und denkt sofort an Renee Zellweger und dann an Colin Firth und dann an Hugh Grant und dann fallen einem nach und nach die Lieblingsszenen der beiden Filme ein. Als ich den ersten Teil von Bridget Jones (Schokolade zum Frühstück) gelesen habe, waren diese Filme noch nicht mal gedreht. Um so glücklicher war ich damals, als der erste Film ins Kino kam, denn ich hatte mich damals schon in Bridget Jones verliebt!

Bridget Jones ist eine liebe, tollpatschige Frau, deren größter Lebensinhalt es anscheinend ist, abzunehmen, um endlich den Mann fürs Leben zu finden. Dieser unbezwingbare Wunsch nach der einen wahren romantischen und leidenschaftlichen Liebe lässt sie zu jede Menge Selbsthilfebüchern greifen. Und obwohl sie alle wichtigen Tipps sehr schnell auswendig als Mantra aufsagen kann, macht sie zielgerichtet immer genau das Gegenteil und nimmt dabei noch jedes Fettnäpfchen mit, das ihr begegnet. ES IST HERRLICH! Es ist einerseits wunderbar kitschig und andererseits so überspitzt, dass es vor Satire und Ironie nur so trieft. Die Bücher bedienen auch wirklich jedes Frauen-Klischee: Selbstilfe-Bücher, Fressorgien bei Liebeskummer, Gewichtsprobleme und das alles beschrieben in einem Tagebuch mit Angaben zum heutigen Gewicht,gerauchten Zigaretten etc und erstellten To-Do-Listen, bzw Ich-werde-nie-wieder-Listen.

Um Teil 1 und 2 mal zusammenzufassen:
Teil 1: Schokolade zum Frühstück: Bridget ist 30 und sucht den Mann fürs Leben. Sie glaubt ihn in ihrem Chef Daniel Cleaver gefunden zu haben. Bridgets Mutter hingegen ist der Meinung, dass Mark Darcy der perfekte Mann für sie ist. Daniel ist ein frauen-vernaschender Macho und Mark ein richtig lieber, höflicher Mann. Ist doch klar für wen sich Bridget entscheidet….richtig…Daniel! Und das geht hin und her, on und off und was soll ich sagen…am Ende landet Bridget dann doch bei Mark Darcy- und zwar romantisch und mit Herzklopfen und mit jede Menge haaaaaaach-Seufzern! 🙂
Teil 2: Am Rande des Wahnsinns: Aber eine Beziehung ist auch nicht leicht, das muss Bridget in diesem Teil lernen und noch dazu, wenn der Partner einem immer noch keinen Heiratsantrag gemacht hat und dann eine neue Kollegin bekommt, die clever, wunderschön und SCHLANK ist! Eindeutig, das sind auf jeden Fall gute Gründe, um Schluss zu machen. Wegen ihres Jobs beim Fernsehen muss sie prompt mit Daniel Cleaver nach Thailand fliegen. Dort knistert es wieder zwischen ihnen, aber Daniel verbockt es. Beim Heimflug findet man in Bridgets Koffer allerdings Drogen und sie wird inhaftiert. So liebe Leser, und wer rettet sie natürlich?!?! Mark Darcy!!! Uuuuuuuuuund er macht ihr natürlich auch endlich einen Heiratsantrag.

So, und nun 14 Jahre später ist auch Bridget ca 14 Jahre gealtert und (und ich glaube, das ist kein Spoiler mehr, weil das inzwischen jeder weiß) alleinerziehende Mutter zweier Kinder! Und damit fängt Teil 3:Mad about the boy (deutsche Ausgabe:Verrückt nach ihm)ja schon gleich so an, dass alle Bridget Jones-Fans losheulen, kein Mark Darcy mehr!! Aber es muss weitergehen und Bridgets Freunde stehen ihr wie eh und je zur Seite, melden Sie bei Dating Plattformen an und zeigen ihr die neuen Möglichkeiten im Internet. Bei Twitter lernt Bridget einen Mann kennen. Einziges Problem…Sie ist 51 und er 29. Kann daraus etwas werden?

Bridget Jones hat sich nicht geändert, nur dass sie sich jetzt nicht nur wegen Männern unter Druck setzt, sondern sich auch wegen der anderen Mütter und ihrer eigenen Nanny minderwertig fühlt. Das heißt, sie kauft nicht nur Bücher darüber, wie man einen Mann bekommt, sondern auch, wie man Kinder erzieht und zu einer coolen Mutter wird. Immer noch sagt sie die falschen Dinge zur falschen Zeit, nimmt jedes Fettnäpfchen mit Anlauf, stolpert, macht Dinge kaputt, lässt das essen anbrennen…. Chaotisch, tollpatschig, liebenswert!!!! Ich habe mich aber doch schon ein paar Mal beim Lesen gefragt, ob sich Bridget Jones mit 51 und zwei Kindern wirklich kein bißchen verändert hat. Die Geschichte ist auch ziemlich vorhersehbar, aber das hat mir persönlich nichts ausgemacht. Stellenweise hat mir der Witz und die Spritzigkeit der ersten beiden Teile gefehlt, aber auch „Verrückt nach ihm“ hat mich wunderbar unterhalten, hat mich dazu gebracht mich vor Mitgefühl in einem Kissen zu verkriechen und mich zu schämen und brachte mich zum lachen. Das Ende ging dann holter-die-polter und war wie gesagt absolut vorhersehbar und trotzdem habe ich mich dazu hinreissen lassen quiekend mit den Füßen zu trampeln, während ich es las. Denn DAS ist Bridget Jones: Man kann so unromantisch sein wie ich und wird trotzdem von ihr angesteckt und freut sich wie ein kleines pubertierendes Mädchen über das rosarote Happy-End mit Glitzer drauf!

Bridget Jones: Mad about the boy von Helen Fielding
386 Seiten
Random House
978-0-224-09810-6

 

 

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3 Antworten zu Bridget is back!

  1. Herba schreibt:

    Du hattest also Recht mit Deiner Vermutung?

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