Siebzehn Silben Ewigkeit

Im Februar erwähnte ich in meinem Beitrag Stöckchen “5 Bücher, die man gerne noch lesen möchte”, dass ich gerne Siebzehn Silben Ewigkeit lesen möchte und schrieb dazu:
Bilodo, ein junger Postbote öffnet abends über Wasserdampf handgeschriebene Briefe und träumt sich in die fremden Leben. Besonders fasziniert ihn die Korrespondenz zwischen Professor Grandpré und Lehrerin Ségolène, die sich Gedichte schicken. Bilodo verliebt sich in Ségolène. Als Grandpré bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt,schlüpft Bilodo in seine Rolle.
Klingt das nicht wunderbar herzallerliebst? Ich hoffe nur, dass es nicht gar so kitschig wird.

Jetzt hab ich es gelesen und kann sagen kitschig ist es nicht, aber irgendwie hat es mich auch nicht mitgerissen. Vielleicht hab ich dafür auch einfach eine zu kleine Poetik-Ader?! Die beiden schreiben sich Haikus, das heißt natürlich auch, dass man viele Haikus zu lesen bekommt. Übrigens Haikus sind Gedichte, die aus 17 Silben bestehen…jahaaaa soweit die Erklärung des Titels 🙂 Man bekommt ausser der Liebesgeschichte auch Informationen eben über Haikus, über Trankos und andere stilistische Mittel. Vielleicht ist es auch das gewesen, dass einfach keine Stimmung aufkommen ließ. Im einen Moment lese ich noch Haikus, dann blättere ich um und bekomme erstmal eine Abhandlung darüber, was in einem Haiku vorkommen muss. Ich weiß es nicht, ich kann nur sagen, der Funke ist bei mir persönlich nicht übergesprungen und als ich das Buch zuklappte, stieß ich keinen tiefen Seufzer aus, sondern fragte mich: Was verdient so ein Postbote, dass der sich einfach so zwei Wohnungen leisten kann und dann auch noch ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub nehmen kann? Ich muss den falschen Job haben! (Zur Erklärung: Bilodo übernimmt nicht nur Grandprés Rolle als Brieffreund, sondern auch gleich seine Wohnung, kündigt aber seine eigene Wohnung nicht) Wer aber gerne Liebesgeschichten und Poetiktipps in einem Buch haben möchte, für den ist es das richtige Buch. Und ausserdem ist das Ende überraschend, leider hat mir das Ende so aber gar nicht gefallen – alles Geschmackssache.

Siebzehn Silben Ewigkeit von Denis Thériault
154 Seiten
dtv
978-3-423-14054-6

 

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