Zwei Sherlocks sind besser als einer!

Anfang Dezember gab es mal wieder eine Aufführung des National Theatre London im Kino zu bewundern. Diesmal: Frankenstein. Frankenstein hatte ich zwar 2011 schonmal gesehen, aber es war gut, warum also nicht nochmal schauen. Ausserdem ist es bei diesem Stück so, dass die beiden Hauptdarsteller beide Rollen lernen und die Rollen eben auch tauschen. Das heißt in einer Aufführung spielt einer das Monster und in der nächsten Aufführung spielt er den Frankenstein. Und damit wären wir bei der Überschrift dieses Post: Die Hauptdarsteller.

Der eine war der Sherlock Holmes aus der BBC-Serie Sherlock und der andere war der Sherlock Holmes aus der CBS-Serie Elementary. ZWEI SHERLOCKS AUF EINER BÜHNE! Juchuuuuu!!!!! Wem das jetzt nichts sagt, es handelte sich um die Schauspieler Benedict Cumberbatch (von dem ich an dem Abend wirklich viele Spitznamen gelernt habe: Cumberbitch, Cumberbärchen…) und um Jonny Lee Miller. Cumberbatch spielte das Monster und Miller Frankenstein. Gruselig sahen sie allerdings beide aus, weil man Miller so eine furchtbare Perücke aufgesetzt hat!

Irgendwie wurde meine Zusammenfassung der Handlung sehr lange. Hier in Kurzform: Monster erwacht zum Leben, verschwindet aus Labor, trifft alten blinden Mann, der ihm lesen und schreiben beibringt, Monster sucht Frankenstein, tötet Frankensteins Bruder, Frankenstein erschafft ein weibliches Monster, erweckt dieses aber nicht zum Leben sondern sticht auf es ein als Racheakt, Monster vergewaltigt und tötet Frankensteins Frau, von da an verfolgt Frankenstein das Monster und wer jetzt noch Lust hat, kann sich auch die ganz lange Variante durchlesen. Vorher sei noch gesagt, es war wirklich ein toller Kino/Theater-Abend. Falls dieses Stück noch einmal gezeigt werden sollte, schaut es Euch an. Cumberbatch hat es wirklich geschafft, dass ich dieses Monster mal gehasst habe und mal Mitleid mit ihm hatte und vorallem hat er das „Monster-Sein“ wirklich komplett durchgezogen, bis zum Ende bleibt er immer ein wenig unbeholfen in allem. Aber auch Miller war großartig! Wirklich TOLL TOLL TOLL !!!!

Das Stück beginnt mit dem zum-Leben-erwachenden Monster, hierbei ist es ganz allein, lernt in kürzester Zeit sich hochzustemmen und ein paar Schritte zu laufen, aber dies alles geschieht noch sehr unbeholfen. Dann betritt Frankenstein die Szene, das Monster rennt brüllend auf ihn los und Frankenstein flüchtet.

Das Monster irrt durch die Welt, schnell lernt es sich unter einem Mantel zu verstecken, da es schrecklich aussieht mit dem zusammengenähten Körperteilen und Narben überall. Falls es doch gesehen wird, wird es mit Stöcken und Steinen vertrieben. Eines Tages kommt das Monster zu einem Häuschen weit abseits der Stadt. Dort versucht es essen zu finden und trifft auf einen blinden alten Mann. Dieser ist der erste Mensch, der sich ihm gegenüber freundlich benimmt. Der Alte bringt ihm sprechen und lesen bei, aber jeden Abend flieht das Monster schnell bevor der Sohn und die Schwiegertochter des Alten zurückkommen. Doch nach einem Jahr hat der Alte das Monster endlich soweit, dass es sich auch den Kindern zeigen will, das endet natürlich nicht gut, die beiden vertreiben ihn. Nachts kommt das Monster zurück und steckt das Häuschen in Flammen.

Als das Monster damals aus Frankensteins Labor wegging, nahm es Frankensteins Aufzeichnungen mit. Diese helfen ihm jetzt seinen Schöpfer zu finden. Es geht nach Geneva, wo Frankenstein lebt. Dort am See trifft er auf Frankensteins kleinen Bruder William. Zunächst will das einsame Monster nur mit dem kleinen William spielen, später packt er ihn aber um ihn in die Berge zu verschleppen und zu töten. Er lässt Williams Leiche und die Aufzeichnungen aus dem Labor Frankenstein zukommen. Dieser macht sich zornerfüllt auf in die Berge und will das Monster töten, kann es aber nicht.

Das Monster bittet ihn um eine Gefährtin. Nach langem Hin und Her willigt Frankenstein ein. Er packt seine Sachen und reist nach Schottland, um dort an einem zweiten, diesmal aber weiblichen Monster zu arbeiten. Seine Verlobte lässt er in Geneva zurück ohne ihr zu sagen, warum er dies alles macht. Frankenstein schafft es ein weibliches Monster zu erschaffen, doch bevor er sie zum Leben erweckt, sticht er auf den Körper ein, um dem Monster zu zeigen, wie es ist, jemanden zu verlieren, den man liebt. Daraufhin reist er zurück nach Geneva und heiratet seine Verlobte Elizabeth.

Am Tag der Hochzeit positioniert er überall Wachen, sagt jedoch keinem was er befürchtet. Er kann es jedoch nicht verhindern, dass das Monster in Elizabeth Schlafzimmer eindringt. Nachdem das Monster Elizabeth mehrmals versichert hat ihr nichts zu tun, erzählt es seine Geschichte, Elizabeth ist einerseits völlig fasziniert, was ihr Mann erschaffen hat, andererseits voller Mitleid für das Monster, aber auch bewundernd dafür, was das Monster alles gelernt hat: Laufen, sprechen, lesen, denken, fühlen und dann sagt das Monster: Es hat auch endlich etwas anderes menschliches gelernt: Wie man lügt. Das Monster vergewaltigt Elizabeth und bringt sie dann vor den Augen von Frankenstein um. Dieser schafft es nicht das Monster zu töten und will Elizabeth wieder zum Leben erwecken, wird aber von ihr ferngehalten, weil man denkt, er hat einen Nervenzusammenbruch.

Zum Schluss sieht man das Monster und Frankenstein durch Eis und Schnee laufen. Als Frankenstein scheinbar tot zusammenbricht, weint das Monster und beteuert immer wieder seine Liebe zu ihm. Frankenstein erwacht wieder und macht klar, dass er das Monster töten wird. Daraufhin laufen beide weiter, das Monster vorneweg, Frankenstein hinterher.

Hier geht es zur Seite über das Stück des National Theatre Londons, unter anderem auch mit einem Trailer zum Stück.

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5 Antworten zu Zwei Sherlocks sind besser als einer!

  1. Herba schreibt:

    Cumberbärchen????????? Von wem haste das denn?
    Ansonsten kann ich das nur unterschreiben – ich würde es mir auch nochmal anschauen 🙂

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